antitonka (antitonka) wrote,
antitonka
antitonka

Ваймарский роман

Wie ist ihr Name?

Veronika Herzfeld.

Wie alt sind sie?

26.

Wer sind Sie von Beruf?

Bibliothekarin.

Wie lautet Ihre Adresse?

Lisztstrasse 30, Weimar.

 

Haben Sie schon mal einen Strafzettel bekommen?

Ja.

Wofür?

Ich bin zu schnell gefahren.

Haben Sie jemals gestohlen?

Nein.

Haben Sie jemals getötet?

Nein.

Sind Sie eine Spionin?

Nein.

Wurden Sie für ein Verbrechen bezahlt?

Ja.

Wer hat Sie bezahlt?

Ilja Rechetnikoff.

Was sollten Sie tun?

Ihn heiraten.

Das ist kein Verbrechen. – bemerkte Dr. Sorow.

Nein, das ist Betrug. – erwiderte ich.

Wer ist sein Vater?

Eduard Reshetnikoff.

Wo arbeitet er?

In Moskau. Er besitzt die Media-AG „Resh-Il“. 

Wissen Sie die Adresse?

Nein.

Waren Sie schon mal dort?

Nein.

Kennen Sie noch weitere Mitarbeiter der AG?

Nein.

Weiß Ihre Familie von der Heirat?

Nein! – De Lügendetektor flippte aus, fing an zu piepsen und zu rattern und ich machte die Augen auf. – Lassen Sie meine Familie aus dem Spiel!

Dr. Sorow rannte zwischen mir und dem Polygraphen, überprüfte Drähte und meinen Puls, drückte irgendwelche Knöpfe, aber ich beachtete ihn nicht. Ich sah nur Reshetnikoff-Senior und hielt tatsächlich seinem furchtbaren Blick stand.

Meine Familie hat nichts damit zu tun. Sie wissen es nicht und so soll es auch bleiben. – eine Ewigkeit später nickte er und ich lehnte mich erleichtert wieder zurück. – Haben Sie noch Fragen?

Nein.

Die Auswertung wird noch einige Stunden in Anspruch nehmen. Ich sage Ihnen am Nachmittag dann Bescheid. – Der quirlige Wissenschaftler befreite mich von den Kabeln und ich stand auf. Andrej führte mich in den Flur. Meine Knie zitterten so stak, daß ich draußen eine Pause machen musste und mich erschöpft an die Wand lehnte. Mein Begleiter wartete geduldig neben mir.

Ich hatte eben einen Test auf dem Lügendetektor hinter mir. In einem Palast eines russischen Oligarchen, in irgendeinem Vorort von Moskau. Sein Sohn, mein Ehemann übrigens, sitzt im Gefängnis in Wiesbaden. Und ich werde hier festgehalten, weil sein Papa denkt, ich hätte etwas mit der feindlichen Übernahme seiner Firmen zu tun. So der Stand von heute.

Um alles von Anfang an zu erzählen, muss ich eine Woche zurückgehen. Nein, drei Wochen. Nein, eigentlich fing alles vor 6 Monaten an…

 

Tags: литературные страсти
Subscribe

  • Осенняя хандра

    сразу после летней жары, а до этого был весенний авитаминоз, а до этого был зимний блюз. Ну как-то так :-) Хоть лето в этом году и было…

  • Книжным колесом навеяло

    На ЖЖ я набрела только в 2009м, а до этого писала где-то в дебрях mail.ru. Были у них когда-то и сайт знакомств, и страницы с личными дневниками, и…

  • Из хорошего

    Наехала тут на Эдика, когда он (опять) впечатался лицом в стеклянную дверь на терассу. Я эту многострадальную дверь должна оттирать каждую неделю и…

  • Post a new comment

    Error

    Anonymous comments are disabled in this journal

    default userpic

    Your IP address will be recorded 

  • 0 comments